AUF EIN WORT  oder  KLASSE STATT MASSE

 


 

Hier möchte ich euch ein Thema nahebringen, welches zwangsläufig jeden Bartagamenhalter betrifft, der sich ein oder mehrere Pärchen hält... nämlich die Vermehrung.

Bevor ihr daran denkt, eure Tiere zu vermehren solltet ihr sicher sein, dass ihr auch Abnehmer dafür findet. Tierläden, Zeitungen und Internet sind voll!!!! mit abzugebenden Bartagamen jeden Alters. Manche Leute sind so verzweifelt, dass sie ihre Tiere sogar verschenken. Um es kurz zu machen: der Bartagamenmarkt ist komplett überlaufen.

Wenn ihr nun nicht darauf verzichten wollt, eure Tiere zu vermehren, dann solltet ihr Folgendes berücksichtigen:

1.  Ihr braucht einen Inkubator. Dieser kann auch selbst gemacht sein. Anleitungen hierfür gibt es im Internet.

2.  Ihr braucht mehrere Jungtiere-Terras. Es reicht nicht, die Tiere in ein Terra zu setzen. Die Tiere wachsen unterschiedlich bzw. kommen schon unterschiedlich groß zur Welt. Es wird immer vorkommen, dass große Tiere kleinere Tiere unterdrücken. Hier müsst ihr handeln und das schwächere Tier schützen, indem ihr es in ein zweites Terra setzt. Natürlich brauchen alle Terras, egal ob groß oder klein, entsprechende Wärme- und UV-Strahler. Denn ihr wollt ja eure Jungtiere gesund aufziehen, oder?

3. Ihr braucht für die Jungtiereaufzucht qualitativ hochwertiges Futter in Form von Insekten. Denn junge Bartis fressen zu fast 100 % nur Insekten! Heimchen und Mehlwürmer sind schon mal vom Speiseplan zu streichen, verbleiben also Grillen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere brauchen mehrmals täglich etwas zu fressen. Ich selbst füttere 3 x täglich je ca. 5 Futtertiere pro Barti-Junges (außer bei Schaben, da sind es weniger...). Macht 15 Futtertiere pro Barti pro Tag. Bis zur Weitergabe des Jungtieres solltet ihr mindestens 6 Wochen warten. Ihr könnt euch also ausrechnen, was ihr pro Jungtier nur an Futterkosten aufbringen müsst, Strom und Equipment nicht mitgerechnet.

4. Ihr braucht jede Menge Zeit. Es ist nicht damit getan, Futter reinzuwerfen und wieder zu gehen. Es muss kontrolliert werden, ob die Jungtiere auch wirklich alle fressen oder ob es Tiere gibt, die die Nahrungsaufnahme verweigern. Auch müsst ihr dafür sorgen, dass die Jungtiere trinken. Erwachsene Tiere nehmen ihre Flüssigkeit zum Großteil über die Nahrung auf (Grünzeug, Gemüse etc.). Das können die Jungen nicht! Sie fressen ja noch nichts anderes als Futtertiere. Hier hat sich als gute Lösung das Anbieten von Wasser mittels einer Pipette herausgestellt. Auch das abendliche Besprühen der Terrarieneinrichtung mit lauwarmem Wasser darf nicht vergessen werden. Leiden die Tiere unter Wassermangel, haben sie Stress. Haben sie Stress, wird das komplette Imunsystem in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge eines geschwächten Imunsystems ist u. a. die unkontrollierte Vermehrung von Darmparasiten. Wart ihr schon mal mit 20 Jungtieren oder mehr beim Tierarzt zur Entwurmung? Ich musste mal mit 6 Tieren zum Tierarzt - das hat mir gereicht, sowohl von den Nerven als auch vom Geldbeutel!!!

Ich fasse also zusammen: die Entscheidung zur Aufzucht von Jungtieren verpflichtet! Wenn ihr nicht wollt, dass eure Tiere einmal so enden, wie Little Hope (siehe "eine traurige Geschichte"), dann müsst ihr jede Menge Zeit und Geld in die Sache investieren. Verdienen werdet ihr auf jeden Fall WENIGER ALS NICHTS.

 Ich appeliere an euer Verantwortungsbewusstsein! Legt nur so viele Eier in den Inkubator, wie ihr technisch und finanziell verantworten könnt. Behandelt eure Tiere wie Lebewesen und nicht wie "Massenware". Jedes Tier, auch wenn es "nur" eine Echse ist, fühlt und leidet!!!

So wie Little Hope wochenlang leiden musste, bevor ihr endlich geholfen wurde. Schaut euch das Foto unten ruhig eine Weile an und entscheidet dann, ob ihr DAS für eure Tiere wollt..!

 

Auf diesem Foto ist Little Hope zu schwach, um aufzustehen.
Sie liegt tagelang an einer Stelle und frisst im Liegen.
Der re. Fuß fehlt, ebenso ein Teil der Schwanzspitze (hier nicht zu sehen).
Sie ist ca. 35 cm groß und wiegt zu diesem Zeitpunkt 124 Gramm (= ca. halbes Normalgewicht)



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